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Vergiftete Senbon
Vergiftete Senbon sind mit Gift benetzte Nadeln aus Metall, die durch ihre unauffällige Größe schwer zu erkennen und auszuweichen sind und selbst bei einem bloßen Kratzer lebensbedrohliche Vergiftungserscheinungen auslösen können.
Steckbrief
| Klassifikation | Ninjutsu (Waffenanwendung) |
|---|---|
| Rang | Unbekannt |
| Naturtyp | Keiner |
| Reichweite | Mittel / Fern |
| Handzeichen | Keine |
| Erstauftritt | Manga-Kapitel 15 / Anime-Folge 9 (Naruto, Teil I) |
| Verwandte Techniken | Vorbereiteter Nadelschuss, Giftnebel-Nadelschuss, Giftnebel-Hölle: Hundertfaches Dauerfeuer, Senbon-Schauer, Puppentechnik: Prothesen-Arm-Senbon, Vorbereitete Puppe: Acht Nadel-Wellen |
Beschreibung
Vergiftete Senbon sind eine Kampfmethode, bei der die Spitzen der metallenen Doppelspitznadeln vor dem Einsatz in Gift getränkt werden. Senbon sind an sich bereits schwer zu erkennen und auszuweichen, da sie deutlich kleiner und dünner als Kunai oder Shuriken sind. Die Kombination aus geringer Größe und tödlichem Gift macht sie zu einer der heimtückischsten Fernkampf-Optionen im Repertoire von Giftninja. Schon ein flüchtiger Kratzer an der Haut genügt bei besonders konzentrierten Giften, um das Opfer in einen lebensbedrohlichen Zustand zu versetzen oder es zu lähmen und kampfunfähig zu machen.
Die Wirkung vergifteter Senbon hängt maßgeblich von der Art des verwendeten Gifts ab. Medizinisch ausgebildete Ninja wie Shizune, die Schülerin des legendären Sannin Tsunade, besitzen umfangreiche Kenntnisse über Gifte und deren Synthese. Shizune tränkt ihre Senbon in einem Gift, das so stark konzentriert ist, dass selbst ein Kratzer das Opfer an den Rand des Todes bringen kann. Sie kann die Nadeln auf verschiedene Weisen einsetzen: entweder über ein an ihrem Unterarm verborgenes Abschussgerät oder indem sie die Senbon in schneller Folge direkt aus dem Mund feuert. Das Abschussgerät enthält fünf vorbereitete Nadeln, die durch Ziehen an einem Faden ausgelöst werden. Durch Chakra-Einsatz in den Faden kann Shizune sogar die Flugbahn der Nadeln im Nachhinein verändern und sie auf einen Punkt konzentrieren, über eine größere Fläche streuen oder ihre Richtung korrigieren. Diese Eigenschaft macht den Angriff besonders schwer vorhersehbar.
Auch Anko Mitarashi, eine ehemalige Schülerin Orochimaros und Prüferin der Chunin-Prüfungen, ist dafür bekannt, Senbon im Kampf zu verwenden, wobei sie diese ebenfalls mit Gift versehen kann. Orochimaro selbst unterwarf Anko während ihrer Ausbildung einem Regime zur Giftentwöhnung, das ihr eine erhöhte Resistenz gegenüber Giftstoffen verlieh. Im Bereich der Puppenmeister-Technik nutzte Sasori, einer der gefürchtetsten Ninja Akatsukis, vergiftete Nadeln als festen Bestandteil seiner Puppenwaffen-Systeme. Das Schlangenhafte Hiruko-Puppet feuerte vergiftetes Schrapnell und Nadeln aus seinem linken Arm, während andere Puppen bei Treffern Gift direkt in den Blutkreislauf des Gegners injizierten. Satoris eigenes Gift war auf schwere Metalle aufgebaut, die in die Muskeln eindringen und die Zellen von innen zerstören. Selbst eine winzige Menge im Blutkreislauf führte innerhalb von zwei bis drei Tagen unter starken Lähmungserscheinungen zum Tod.
Die medizinisch-technische Grundlage für den Einsatz von Senbon in der Kampfmedizin liegt in der Akupunktur. Senbon wurden ursprünglich für medizinische Zwecke entwickelt, um Akupunkturpunkte am Körper gezielt zu stimulieren. Mit ausreichendem anatomischem Wissen kann ein Ninja gezielt Vitalstellen treffen, um einen Gegner zu lähmen oder sogar kurzfristig eine Scheintod-ähnliche Reaktion auszulösen. Der Mist-Ninja Haku setzte diese Fähigkeit im Kampf gegen Team 7 ein, ohne dabei auf Gift angewiesen zu sein, allein durch präzises Treffen eines Nervenpunktes am Nacken. Die Kombination aus dieser anatomischen Präzision und einem potenten Gift ergibt eine Technik, die im direkten Kampf wie auch als stille Vergiftungsmethode eingesetzt werden kann und sowohl als offensiver Angriff als auch als ergänzende Unterstützung für andere Techniken wie den Giftnebel funktioniert.
Anwender
Wissenswertes
- Senbon sind historisch von Bo-Shuriken abgeleitet, geraden Wurfspießen aus Eisen oder Stahl, und gehören zu den ältesten Wurfwaffen in der japanischen Ninja-Tradition.
- Shizunes verborgenes Abschussgerät am Unterarm ist so dünn und unauffällig, dass es unter dem Ärmel verborgen bleibt und selbst erfahrene Gegner ihre kampftechnische Gefährlichkeit unterschätzen, was Shizune bewusst als taktischen Vorteil nutzt.
- Sasori entwickelte ein auf schweren Metallen basierendes Gift, das eine der tödlichsten Substanzen in der gesamten Naruto-Reihe darstellt. Selbst Chiyo, die als Puppenspezialistin mit Giften bestens vertraut war, benötigte ein speziell vorbereitetes Gegenmittel, um Kankuros Vergiftung zu behandeln.
- Anko Mitarashi verfügt laut Narutopedia über eine deutlich erhöhte Giftresistenz, die sie während ihrer Ausbildung unter Orochimaro erwarb. Orochimaro unterweist Auserwählte systematisch in der Toleranz gegenüber Giften, was auf eine bewusste Gegenstrategie zur verbreiteten Vergiftungstaktik in seiner Schule hinweist.
- Die Narutopedia listet die Technik ohne offiziellen Rang, da vergiftete Senbon keine eigenständige Jutsu-Tradition mit Handzeichen oder Chakraformung darstellen, sondern eine Kombination aus Waffenkunde und Giftmischung, die von Ninja unterschiedlichster Herkunftsdörfer angewendet wird.
- Sakura Haruno lernte nach ihrer Ausbildung unter Tsunade und Shizune ebenfalls, Kunai mit Gift zu benetzen, und übernahm damit ein Grundprinzip der vergifteten Senbon-Technik auf ihre bevorzugte Waffe, was zeigt, wie weit verbreitet dieses Kampfprinzip unter Giftninja des Blattdorfes ist.

