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Kenjutsu

Kenjutsu (剣術, wörtlich: Schwertkunst) bezeichnet die Gesamtheit aller Techniken, die den gezielten Einsatz eines Schwertes umfassen, und bildet einen der ältesten und weitverbreitetsten Kampfstile unter Shinobi wie auch unter Samurai. Als Teilbereich des Bukijutsu kann es mit Ninjutsu, Taijutsu, Fūinjutsu und Chakrafluss kombiniert werden, um verwüstende Angriffe zu erzeugen.

Steckbrief

KlassifikationBukijutsu (Kenjutsu als Unterkategorie)
RangUnbekannt (variiert je nach Einzeltechnik)
NaturtypKeiner (Kombination mit Naturelementen möglich, aber nicht zwingend)
ReichweiteNahkampf (erweitert durch Chakrafluss oder geworfene Klingen)
HandzeichenKeine
ErstauftrittManga-Kapitel 9 / Anime-Folge 6 (Naruto, Teil I)
Verwandte TechnikenBukijutsu, Shurikenjutsu, Stille-Tötungstechnik, Chakrafluss, Donnersäbel, Fliegende-Schwalben-Technik

Beschreibung

Kenjutsu (剣術, wörtlich: Schwertkunst) ist kein einzelner Zauber, sondern ein Überbegriff für alle kampforientierten Schwertechniken, die von Shinobi und Samurai gleichermaßen eingesetzt werden. Im Kosmos der Naruto-Reihe wird es als Unterkategorie des Bukijutsu (武器術, Waffenkampfkunst) eingeordnet, das wiederum sämtliche waffengebundenen Kampfstile umfasst. Kenjutsu benötigt keine Handzeichen und basiert in seiner Grundform auf physischer Klinge, Reaktionsvermögen und körperlicher Kondition. Gerade deshalb gilt es als besonders schnell und unvorhersehbar: Wer keine Handsymbole formen muss, kann ohne jede Vorwarnzeit angreifen.

Der entscheidende Unterschied zwischen gewöhnlicher Schwertführung und hochrangigem Kenjutsu liegt in der Verbindung mit Chakra. Shinobi können durch Chakrafluss (Chakra no Nagare) Chakra entlang der Klinge leiten und so die Schnittkraft enorm steigern, das Schwert mit einem Naturelement aufladen oder Gegner beim Treffer betäuben und schädigen, ohne sie physisch zu zerschneiden. Sasuke Uchiha etwa leitete in Teil II Blitzchakra durch sein Kusanagi-Schwert, um dessen Schneidkraft zu erhöhen und Kontakttreffer mit Lähmungseffekten zu versehen. Darui und Ameyuri Ringo nutzten denselben Ansatz mit ihren eigenen Blitz-Stil-Techniken. Samurai hingegen, wie der General der Eisenlande Mifune, kanalisieren Chakra auf eine andere Weise: Sie setzen es nicht zur Elementarsteuerung ein, sondern zur Geschwindigkeitssteigerung und Präzision ihrer Klinge. Mifune praktiziert einen Stil namens Iai, bei dem das Schwert in einem einzigen fließenden Zug aus der Scheide gezogen, der Angriff ausgeführt und die Klinge wieder eingesteckt wird. Diese Methode ist so schnell, dass handzzeichenbasierte Ninjutsu-Techniken kaum Zeit finden, ihn zu treffen.

Die prominentesten Kenjutsu-Anwender unter den Shinobi stammen aus Kirigakure, dem Dorf im Nebel. Das Sieben-Schwerter-Kollegium des Nebels (Kirigakure no Nana-Ninken) gilt als die bekannteste Vereinigung hochrangiger Schwertmeister in der gesamten Shinobi-Welt. Ihre sieben legendären Klingen sind mit einzigartigen Eigenschaften ausgestattet: Das Kubikiribōchō, das mächtige Richtbeil von Zabuza Momochi und zuvor von Juzo Biwa, absorbiert Eisen aus dem Blut geschlagener Gegner und repariert sich so selbst. Samehada, das Haischuppen-Schwert von Kisame Hoshigaki, ist ein sentientes Wesen, das Chakra frisst und an seinen Träger überträgt. Die Donnerzwillinge Kiba von Ameyuri Ringo sind dauerhaft mit Blitzchakra geladen und können Blitze entfesseln. Durch diese Tradition hat das gesamte Kirigakure seit Generationen eine Kultur der Schwertmeisterschaft entwickelt, in der Kinder von früh auf ausgebildet werden.

Zabuza Momochi ist in der Handlung der erste bedeutende Kenjutsu-Anwender, dem Naruto, Sasuke und Sakura begegnen. Sein Auftritt im Land der Wellen markiert gleichzeitig den ersten echten Lebens-und-Tod-Kampf für Team 7. Zabuza kombinierte Kenjutsu mit der Stille-Tötungstechnik und der Nebelwand-Technik: Im dichten Kunstnebel bewegte er sich lautlos, orientierte sich ausschließlich am Geräusch der Atemwege und Herzschläge seiner Feinde und tötete mit wenigen präzisen Hieben. Diese Kombination aus Sinnesmanipulation und roher Schwertmeisterschaft machte ihn zu einem der gefürchtetsten Jōnin seiner Generation. Kisame Hoshigaki, ein Mitglied der Akatsuki und ebenfalls ehemaliger Schwertsmann des Kollegiums, gilt als einer der mächtigsten Kenjutsu-Nutzer überhaupt: Er verschmilzt im Höhepunkt seiner Kämpfe buchstäblich mit Samehada zu einem haifischartigen Hybridwesen und erhöht damit seine Kampfkraft und Chakra-Regeneration dramatisch.

Killer B aus Kumogakure verkörpert einen völlig anderen Kenjutsu-Stil. Als Jinchūriki des Achtschweifigen Tintenfisch-Bijū Gyūki kämpft er mit bis zu sieben Schwertern gleichzeitig, die er zwischen Fingern, Zehen, Achseln und zwischen die Zähne geklemmt hält, und bewegt sich dabei in einem für Außenstehende chaotisch wirkenden Tanzrhythmus. Dieser Stil, den B selbst als seinen persönlichen Hip-Hop-Kampfrhythmus beschreibt, ist auf maximale Unvorhersehbarkeit ausgelegt und lässt sich durch das Sharingan nicht vollständig kopieren, weil kein herkömmlicher Bewegungsalgorithmus dahintersteckt. Zusätzlich lädt B seine Klingen mit Blitzchakra auf. Sasuke Uchiha wiederum erlernte Kenjutsu auf einem klassischeren Weg, verfeinerte es aber durch den Einsatz des Sharingan zur perfekten Bewegungsvorhersage und durch Blitz-Chakrafluss zu einer hochpräzisen Kampfmethode.

Anwender

Wissenswertes

  • Kenjutsu ist eine der wenigen Kampfmethoden in Naruto, für die keinerlei Handzeichen notwendig sind, was es zusammen mit Taijutsu zur schnellsten einsetzbaren Kampfform macht und es in Überraschungsangriffen besonders gefährlich werden lässt.
  • Das Sieben-Schwerter-Kollegium des Nebels besitzt eine Tradition, nach der ein Mitglied stirbt oder das Kollegium verlässt, sein Schwert an den nächsten würdigen Träger weitergegeben wird. So wanderte das Kubikiribōchō von Juzo Biwa zu Zabuza Momochi, bevor es schließlich Suigetsu Hōzuki an sich nahm.
  • Kisame Hoshigakis Samehada ist das einzige als lebendig eingestufte Schwert in der Reihe. Es wählt seinen Träger bis zu einem gewissen Grad selbst aus und weigerte sich zeitweise, für Killer B zu kämpfen, weil es Kisames Chakra vorzog.
  • Mifune, General der Samurai des Eisenlandes, ist laut eigener Aussage und der Einschätzung von Kampfbeobachtern einer der wenigen Schwertmeister, die allein durch Geschwindigkeit und Präzision handzzeichenbasierte Ninjutsu ausmanövrieren können, ohne dabei selbst Ninjutsu einzusetzen.
  • Kenjutsu hat in der realen japanischen Kampfkunstgeschichte seine Wurzeln in der Muromachi-Periode, und in der Naruto-Reihe ist der Name und das Konzept direkt aus diesem historischen Kontext übernommen, was Masashi Kishimoto typisch für seinen Umgang mit japanischer Kulturgeschichte entspricht.
  • Obwohl Sasuke Uchiha erst in Teil II systematisch mit dem Schwert kämpft, zeigen frühere Szenen sein Talent für präzise Schnittbewegungen, die Kakashi Hatake kommentiert, der selbst ein Kenjutsu-erprobter Shinobi ist und das Chidori ursprünglich für den Schwertgebrauch weiterentwickelte.
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