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Beschwörung: Unreine Weltreinkarnation (Edo Tensei)

Eine verbotene Beschwörungstechnik, die tote Ninja in untoten Körpern aus lebender menschlicher Masse wiederbelebt und dem Anwender als willenlose, nahezu unzerstörbare Kämpfer zur Verfügung stellt.

Steckbrief

Entwickelt vonTobirama Senju
KlassifikationNinjutsu, Kinjutsu, Beschwörungstechnik
RangS-Rang
NaturtypKeiner
ReichweiteFern (Beschwörung), Nahkampf bis Fern (Einsatz der Beschwörenen)
HandzeichenSchlange, Tiger (nach Kanonanspruch variierend)
ErstauftrittManga-Kapitel 520 (Kabuto vs. Tobi, Shippuden) / Anime-Folge 261 (Naruto Shippuden, Teil II); frühere Nutzung durch Orochimaru in Kapitel 116 / Folge 69 (Teil I)
Verwandte TechnikenBeschwörungstechnik, Todesgeist-Versiegelung, Hagoromo-Versiegelung, Erdschichten-Versiegelung (Kai)

Beschreibung

Die Beschwörung: Unreine Weltreinkarnation (穢土転生, Edo Tensei, wörtlich: Unreine Erde, Seelen-Wiedergeburt) ist eine der gefürchtetsten verbotenen Techniken in der Geschichte der Ninja-Welt. Sie wurde vom Zweiten Hokage Tobirama Senju erschaffen, der sie trotz ihrer ungeheuerlichen Natur als legitimes Werkzeug des Krieges betrachtete. Das Grundprinzip ist so simpel wie es moralisch erschütternd ist: Die Seele eines Verstorbenen wird aus dem Todesreich gerufen und in einen lebenden menschlichen Körper gepresst, der dabei als Behälter zerstört und in graue, erdähnliche Fleischmasse umgewandelt wird. Der Verstorbene erwacht in diesem Körper zu einem Zustand zwischen Tod und Leben, der ihm alle Fähigkeiten und sein Chakra aus seinen Lebzeiten zurückgibt, ihn jedoch an den Willen des Anwenders bindet.

Die Technik erfordert zwei Kernzutaten: erstens die sterblichen Überreste des Zielindividuums, auch nur eine winzige Menge genetischen Materials wie Blut oder Gewebe genügt, und zweitens einen lebenden Menschen als Opfer, der als sogenannte Basis dient. Der Anwender ritzt den Namen des Zielopfers in ein Schriftblatt (Fuda), das auf dem Gesicht der lebenden Basis befestigt wird. Nach Ausführung der Handzeichen wird die Seele des Toten herbeigerufen, verschmilzt mit dem Körper der Basis und formt ihn vollständig in das Abbild des Toten um. Was zurückbleibt, ist kein lebender Mensch mehr, sondern ein untotes Gefäß, das äußerlich dem Verstorbenen gleicht, jedoch mit einer grauen, erdigen Haut und weißen Skleren bedeckt ist.

Die Stärke eines über Edo Tensei beschworenen Shinobi entspricht dem Höchststand seiner Lebzeiten oder übersteigt ihn sogar, da der untoter Körper keine physische Ermüdung, keinen Hunger und keinen Schmerz empfindet. Das entscheidendste Merkmal dieser Technik ist die nahezu vollständige Unzerstörbarkeit der Beschwörenen. Erleiden sie schwere Verletzungen wie den Verlust von Gliedmaßen oder selbst die Zerstörung des Torsos, regenerieren sich ihre Körper innerhalb von Sekunden vollständig. Diese automatische Regeneration verbraucht keinerlei Chakra des Beschwörers und hält ohne Zeitlimit an. Die Einzige effektive Möglichkeit, einen Edo-Tensei-Beschwörten zu stoppen, ist entweder ihn durch eine mächtige Versiegelungstechnik zu binden oder die Technik selbst aufzuheben. Wird die Edo-Tensei-Verbindung durch den Anwender aufgelöst oder zerschnitten, kehren die Seelen freiwillig ins Todesreich zurück.

Die Kontrolle über die Beschwörenen ist jedoch nicht absolut. Beschwörene Ninja behalten einen Rest ihres Bewusstseins, und besonders willensstarke Individuen können die Kontrolle des Anwenders vorübergehend brechen oder sich teilweise befreien. Um dies zu verhindern, setzen Anwender Kontroll-Fuda ein, die auf dem Kopf des Beschwörten befestigt werden und diesen in einen willenlosen, automatischen Kampfzustand versetzen. Ein Beschwörter ohne Fuda behält seine Persönlichkeit, bleibt aber an den Anwender gebunden, sofern die Technik aktiv ist.

Die bedeutendsten Anwender im Verlauf der Naruto-Reihe sind Orochimaru und Kabuto Yakushi. Orochimaru nutzte die Technik erstmals im Konohagakure-Invasionsbogen, wo er den Ersten und Zweiten Hokage aus dem Tod zurückholte und gegen den Dritten Hokage, Hiruzen Sarutobi, einsetzte. Es war eine der wenigen Gelegenheiten, bei denen die Macht der Technik in vollem Umfang gezeigt wurde, da selbst zwei legendäre Kage gemeinsam den Dritten fast überwältigten. Hiruzen musste die Todesgeist-Versiegelung einsetzen, um die Seelen beider Hokage und Orochimarus Arme dauerhaft zu binden und die Beschwörung zu beenden. Kabuto Yakushi, ein Schüler Orochimarus und in Schlangen-Senjutsu ausgebildeter Medizin-Ninja, verfeinerte die Technik weit über das hinaus, was Orochimaru je erreicht hatte. Im Vierten Großen Ninja-Krieg setzte er mehr als hundert der mächtigsten gestorbenen Shinobi aller Epochen ein, darunter alle fünf früheren Kage, die Sieben Schwerter von Kiri, Itachi Uchiha, Nagato und viele weitere. Kabutos Version erlaubte es ihm zudem, den Beschwörten ihre Fähigkeiten zu boosten und bei einigen sogar neue Kombinationen ihrer Naturtypen zu aktivieren, die sie im Leben nicht besessen hatten.

Die endgültige Aufhebung der Edo-Tensei-Masse während des Vierten Ninja-Kriegs wurde durch Itachi Uchiha erzwungen, dem es trotz Edo-Tensei-Kontrolle gelang, seinen Willen zurückzugewinnen, Kabuto mit dem Izanami zu konfrontieren und ihn zur Auflösung der Technik zu zwingen. Das simultane Verschwinden aller Beschwörten markierte einen der dramatischsten Wendepunkte des Krieges.

Anwender

Wissenswertes

  • Tobirama Senju, der Zweite Hokage und Erfinder der Technik, wurde selbst ein Opfer von Edo Tensei: Orochimaru und später Kabuto riefen ihn aus dem Tod zurück und zwangen ihn, gegen die Dörfer zu kämpfen, die er einst als Hokage beschützt hatte.
  • Kabuto Yakushi trieb die Technik auf eine Stufe, die nach Tobis eigener Aussage selbst Tobirama übertrafen hätte, da Kabuto in der Lage war, den Beschwörten völlig neue Fähigkeiten und verstärkte Naturtypen zu verleihen, die diese im Leben nicht besessen hatten.
  • Die menschliche Basis, die als Gefäß dient, überlebt den Prozess nicht in ihrer ursprünglichen Form: Ihr Körper wird vollständig in die physische Hülle des Beschwörten umgewandelt. Das macht Edo Tensei zu einer der wenigen Techniken im Naruto-Universum, die unweigerlich einen unschuldigen Menschen töten, um zu funktionieren.
  • Itachi Uchiha ist der einzige bekannte Edo-Tensei-Beschwörte, dem es gelang, die vollständige Kontrolle über sich selbst zurückzugewinnen und die Technik aktiv von innen heraus zu sabotieren, indem er Kabuto mit dem Izanami zwang, sie aufzulösen.
  • Die Technik hat eine inhärente Schwachstelle: Weil die Seelen an das Todesreich gebunden bleiben, können besonders willensstarke Verstorbene durch intensive Konzentration Risse in der Kontrolle des Anwenders erzeugen. Das spiegelt Tobirama Senjus eigene Warnung wider, dass Edo Tensei niemals vollständig beherrschbar sei.
  • Orochimarus Nutzung im Konohagakure-Invasionsbogen (Teil I) war der erste Auftritt der Technik in der Reihe. Zu diesem Zeitpunkt wurden lediglich zwei Beschwörte gezeigt. Die volle Tragweite der Technik mit Hunderten von Beschwörten enthüllte erst Kabuto im Vierten Ninja-Krieg.
  • Versiegelt werden Edo-Tensei-Beschwörte nicht getötet, sondern nur dauerhaft handlungsunfähig gemacht, da ihre Seelen nicht ins Todesreich zurückkehren, solange die Verbindung aufrecht erhalten wird. Das Versiegeln ist daher keine echte Lösung, sondern nur ein Stoppen des Beschwörten.
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