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Drittes Auge (Daisan no Me)
Das Dritte Auge ist eine Überwachungstechnik, bei der der Anwender ein Auge aus Sand erschafft und es über Chakra mit seinem eigenen Sehnerv verbindet, um aus großer Distanz oder ohne direkte Sichtlinie beobachten zu können.
Steckbrief
| Entwickelt von | Gaara |
|---|---|
| Klassifikation | Ninjutsu, Ergänzend |
| Rang | Unbekannt |
| Naturtyp | Keiner |
| Reichweite | Fern |
| Handzeichen | Keine |
| Erstauftritt | Manga: Kapitel 42 (Teil I) / Anime: Folge 22 (Teil I) |
| Verwandte Techniken | Sandschild, Sandkugel, Wüstenschweben, Sandkleidung |
Beschreibung
Das Dritte Auge (第三の目, Daisan no Me) ist eine von Gaara, dem Kazekage des Sunagakure, entwickelte Spähertechnik. Der Anwender formt aus Sand oder Goldsand ein kugelförmiges Auge, das an einem bestimmten Ort in der Luft schwebt. Anschließend verbindet er dieses künstliche Auge über Chakra direkt mit seinem eigenen Sehnerv. Solange die Verbindung aufrechterhalten wird, empfängt der Anwender alle visuellen Informationen aus dem Blickfeld des Sandauges, als würde er selbst durch dieses sehen. Um die Verbindung herzustellen, muss der Anwender sein eigenes körperliches Auge schließen, das dem Sandauge entspricht.
Die praktische Stärke der Technik liegt in ihrer Kombination mit Gaaras passiver Sandrüstung und seinen Schutzformen. Wenn sich Gaara in seiner Sandkugel einschließt oder seinen Körper vollständig mit Sand umhüllt, verliert er jede direkte Sicht auf das Schlachtfeld. Das Dritte Auge gleicht diesen Nachteil vollständig aus: Es schwebt außerhalb der Hülle und kann sich um die eigene Achse drehen, sodass Gaara einen vollen Überblick über seine Umgebung behält, ohne seine Deckung aufgeben zu müssen. Er kann aus der sicheren Hülle heraus Sand-Stacheln oder andere Angriffe präzise auf Gegner richten, die er ausschließlich durch das Sandauge wahrnimmt.
Erste und prägnante Verwendung der Technik findet während der Chūnin-Prüfungen in Konohagakure statt. Im ersten schriftlichen Teil der Prüfung setzt Gaara das Dritte Auge ein, um die Antworten anderer Kandidaten aus der Ferne abzulesen. Der Prüfungsleiter Ibiki Morino bemerkt zwar, dass Gaara schummeln muss, kann jedoch nicht ermitteln, auf welche Weise, und ist von der Raffinesse tief beeindruckt. Später, im Vorläuferkampf gegen Rock Lee, hüllt sich Gaara vollständig in seine Sandkleidung und nutzt das Dritte Auge, um Lees Angriffe zu verfolgen.
Rasa, der Vierte Kazekage und Gaaras Vater, beherrschte ebenfalls eine eigene Version dieser Technik. Anstelle von gewöhnlichem Sand formte er das Spährauge aus seinem Goldsand, musste aber wie Gaara sein entsprechendes körperliches Auge schließen. Dies zeigt, dass das Grundprinzip der Technik im Clan oder in der Tradition des Kazekage-Amtes verankert ist und nicht allein Gaaras persönliche Erfindung darstellt. Im Anime zeigt Shinki, ein Adept des Eisensandes und Adoptivssohn Gaaras, eine erweiterte Variante: Er kann mehrere Dritte Augen gleichzeitig erzeugen, ohne dabei eines seiner eigenen Augen zu schließen. Diese Variante verbraucht jedoch deutlich mehr Chakra und ist entsprechend erschöpfend.
Da das Sandauge selbst in der Luft fixiert bleibt und sich nicht eigenständig fortbewegen kann, muss der Anwender die Platzierung vorausplanen. Ist ein Gegner schnell genug, um das Sichtfeld des Dritten Auges zu verlassen oder hinter ihm zu manövrieren, entstehen blinde Flecken. Die Technik erfordert außerdem dauerhafte Konzentration auf die Chakra-Verbindung, was den Anwender während des Einsatzes in seiner Reaktionsfähigkeit leicht einschränken kann.
Anwender
Wissenswertes
- Das Konzept des Dritten Auges entstammt dem Hinduismus und Buddhismus, wo es als Auge des Wissens gilt und Erleuchtung symbolisiert. Zahlreiche Gottheiten werden in diesen Traditionen mit einem dritten Auge auf der Stirn dargestellt.
- Gaara muss stets sein körperliches Auge schließen, das dem Dritten Auge entspricht. Rasa handhabte dies identisch. Erst Shinkis Variante hebt diese Einschränkung auf, erkauft dies aber durch höheren Chakra-Verbrauch.
- Während der schriftlichen Chūnin-Prüfung nutzt Gaara das Dritte Auge zum Abschreiben, ohne dass Ibiki oder die Aufseher je herausfinden, wie er es angestellt hat. Es bleibt eine der wenigen unentdeckten Regelübertretungen dieser Prüfung.
- Das Dritte Auge ist eine der wenigen Techniken im Naruto-Universum, die sowohl als Aufklärungswerkzeug in Stealth-Situationen als auch aktiv im Nahkampf zur Überwindung eines eigenen Sicht-Handicaps eingesetzt wird, was sie vielseitiger macht als klassische Späherjutsu.
- Rasa verwendete für sein Drittes Auge Goldsand statt normalem Sand. Da Gold schwerer ist als Sand, war sein Goldsand generell langsamer und träger, was auch auf die Präzision und Reaktionszeit des Goldauges zutreffen dürfte.

