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Byakugan

Das Byakugan ist das angeborene Dojutsu des Hyuga-Clans und verleiht seinem Träger ein nahezu lückenloses 360-Grad-Sichtfeld, die Fähigkeit, Chakra-Bahnen im Körper des Gegners zu sehen, sowie eine außergewöhnliche Sehreichweite.

Steckbrief

KlassifikationKekkei Genkai, Dojutsu
RangUnbekannt
NaturtypKeiner
ReichweiteFern (je nach Träger und Trainingsstand)
HandzeichenKeine
ErstauftrittManga-Kapitel 79 / Anime-Folge 45 (Naruto, Teil I)
Verwandte TechnikenSanfte Faust, Acht-Trigramme-64-Palmen, Acht-Trigramme-128-Palmen, Acht-Trigramme-Drehender-Himmel, Zwillings-Löwen-Fauststoß

Beschreibung

Das Byakugan (白眼, wörtlich: Weißes Auge) ist ein Kekkei Genkai, das ausschließlich Mitgliedern des Hyuga-Clans aus Konohagakure vererbt wird. Bei der Aktivierung weiten sich die Pupillen und treten deutlich hervor, während die Iris beinahe vollständig verblasst und die Augen einen charakteristisch blassen, fast weißen Schimmer annehmen. Das Byakugan gilt neben dem Sharingan und dem Rinnegan als eines der drei großen Dojutsu der Ninja-Welt.

Die herausragendste Eigenschaft des Byakugan ist sein nahezu vollständiges 360-Grad-Sichtfeld. Der Träger kann gleichzeitig in alle Richtungen sehen, ohne den Kopf zu bewegen, was Hinterhalte und Angriffe von der Seite oder von hinten nahezu unmöglich macht. Eine einzige Ausnahme besteht: An der oberen Rückenpartie, genauer am zweiten Halswirbel, verbleibt ein kleiner blinder Fleck, der das ansonsten lückenlose Sichtfeld unterbricht. Diese Schwäche ist den erfahrenen Kämpfern der Ninja-Welt bekannt und wird im Kampf gezielt ausgenutzt, sofern man überhaupt in die Nähe des Byakugan-Trägers gelangt.

Die zweite zentrale Fähigkeit ist die Durchdringungssicht. Das Byakugan erlaubt seinem Träger, durch feste Gegenstände und Wände hindurchzusehen sowie die Chakra-Adern und Tenketsu-Punkte im Körper anderer Personen wahrzunehmen. Das Tenketsu-System besteht aus 361 Punkten, an denen Chakra in den Körper eintritt oder ihn verlässt. Wer mit dem Byakugan kämpft, kann diese Punkte gezielt anvisieren und den Chakra-Fluss des Gegners blockieren oder unterbrechen. Auf diesem Prinzip basiert der gesamte Kampfstil des Hyuga-Clans, die Sanfte Faust.

Die Sanfte Faust (Jūken) ist ein Nah- und Mittelkampfsystem, das ohne den Byakugan nicht vollständig beherrschbar ist, da die Tenketsu-Punkte für das bloße Auge unsichtbar sind. Bei jedem Treffer drückt der Kämpfer eine präzise Menge Chakra direkt durch die Haut des Gegners in dessen Körper, um Organe oder das Chakra-System zu beschädigen. Selbst leichte Berührungen können so schwere innere Verletzungen verursachen, ohne sichtbare äußere Wunden zu hinterlassen. Neji Hyuga entwickelte diese Technik zu hochkomplexen Mehrfachschlag-Abfolgen wie den Acht-Trigrammen-64-Palmen weiter, bei denen er 64 Tenketsu-Punkte in rascher Folge verschließt und den Chakra-Fluss des Gegners nahezu vollständig unterbricht.

Die Sehreichweite des Byakugan wächst mit dem Training und dem natürlichen Talent des Trägers. Im Kampf während der Chunin-Prüfungen zeigt Hinata Hyuga eine Reichweite von rund 50 Metern. Neji Hyuga, der als Wunderkind seiner Generation gilt, übertrifft diesen Wert deutlich und kann in Teil II auf deutlich größere Distanzen sehen. Neben der reinen Reichweite ist das Byakugan in der Lage, selbst kleinste Bewegungen zu erfassen und sich schnell bewegende Objekte präzise zu verfolgen, was es im Kampf gegen schnelle Gegner zu einem erheblichen Vorteil macht.

Der Hyuga-Clan ist in zwei Linien aufgeteilt: den Hauptzweig und den Zweigzweig. Mitglieder des Zweigzweiges tragen ein Siegelzeichen auf der Stirn, das vom Hauptzweig aktiviert werden kann, um extreme Schmerzen zu verursachen oder den Betroffenen zu töten. Dieses System soll verhindern, dass das Byakugan des Zweigzweiges nach dem Tod in die Hände von Feinden fällt, da der Zweigzweig in erster Linie dazu dient, den Hauptzweig zu beschützen. Neji Hyuga wurde in den Zweigzweig hineingeboren, obwohl sein Vater Hizashi der Zwillingsbruder des Clan-Oberhauptes Hiashi war. Dieses unfreiwillige Schicksal prägte Nejis zunächst fatalistische Weltsicht und seinen tiefen Groll gegenüber dem Hauptzweig.

Hinata Hyuga ist die älteste Tochter von Clan-Oberhaupt Hiashi und eigentlich die Erbin des Hauptzweiges. Ihr gilt das Byakugan als angeboren und vollständig ausgebildet. Obwohl sie zu Beginn der Serie als schwach und unsicher gilt, entwickelt sie ihre Byakugan-Fähigkeiten im Verlauf der Geschichte stetig weiter und kreiert eigene Techniken wie den Zwillings-Löwen-Fauststoß, bei dem sie Chakra beidhändig über die Fäuste hinaus als Schlag-Verlängerung projiziert.

Anwender

Wissenswertes

  • Der Name Byakugan setzt sich aus den japanischen Zeichen für Weiß (白, byaku) und Auge (眼, gan) zusammen und bezieht sich auf das charakteristische Erscheinungsbild der nahezu pupillenlosen, blassen Augen.
  • Im Gegensatz zum Sharingan, das erst durch emotionale Auslöser oder gezieltes Training erwacht, ist das Byakugan für Hyuga-Mitglieder von Geburt an vorhanden und kann jederzeit bewusst aktiviert werden.
  • Der blinde Fleck am zweiten Halswirbel ist eine der wenigen konstanten Schwächen eines Kekkei Genkai in der Naruto-Reihe. Neji Hyuga arbeitete gezielt daran, diesen toten Winkel durch zusätzliche Techniken zu kompensieren.
  • Die Fähigkeit des Byakugan, das Chakra-Netzwerk anderer Personen sichtbar zu machen, ist einzigartig unter den Dojutsu: Das Sharingan kopiert Techniken und liest Genjutsu, das Rinnegan beherrscht die sechs Wege, doch nur das Byakugan ermöglicht einen direkten Blick in die Chakra-Anatomie eines lebenden Körpers.
  • Das Byakugan ist das einzige der drei großen Dojutsu, das kein eigenes Genjutsu besitzt und sich ausschließlich auf Wahrnehmung und die Kombination mit dem körperlichen Kampfstil der Sanften Faust stützt.
  • Masashi Kishimoto entwarf das Byakugan optisch als bewussten Kontrast zum Sharingan: Während das Sharingan durch seine markanten roten Muster auffällt, wirkt das Byakugan durch seine schlichte, fast leere Erscheinung zunächst weniger bedrohlich, ist aber im Kampf ebenso gefährlich.
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