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Beschwörung: Schmutzige-Welt-Wiedergeburt

Eine verbotene Beschwörungstechnik, die die Seele eines Verstorbenen mithilfe eines lebenden Opfers als Gefäß in die Welt der Lebenden zurückruft und sie dem Willen des Anwenders unterwirft.

Steckbrief

Entwickelt vonTobirama Senju
KlassifikationNinjutsu, Kinjutsu (Verbotene Technik)
RangS-Rang
NaturtypKeiner
ReichweiteUnbekannt
HandzeichenKeine feste Sequenz beim Beschwören; Aufhebung durch den Anwender: Ratte, Ochse, Affe, Tiger, Drache, Wildschwein (Aussprache: Kai)
ErstauftrittManga-Kapitel 117 / Anime-Folge 69 (Naruto, Teil I)
Verwandte TechnikenBeschwörungstechnik, Technik der Schmutzigen-Welt-Wiedergeburt: Auflösung, Versiegelndes Jutsu: Todesgeist verzehrendes Siegel

Beschreibung

Die Beschwörung: Schmutzige-Welt-Wiedergeburt (口寄せ・穢土転生, Kuchiyose: Edo Tensei) ist eine der mächtigsten und ethisch verwerflichsten Techniken der Shinobi-Welt. Der Begriff Edo (穢土) entstammt dem japanischen Buddhismus und bezeichnet wörtlich die schmutzige Erde, also die Welt der unerleuchteten, noch nicht befreiten Lebenden. Tensei bedeutet Wiedergeburt oder Auferstehung. Die Technik wurde von Tobirama Senju, dem Zweiten Hokage von Konohagakure, entwickelt, der sie nach ihrer Vollendung selbst als Kinjutsu, als verbotene Technik, einstufte und ihre weitere Verbreitung untersagte.

Die Durchführung der Technik erfordert drei Voraussetzungen. Erstens muss der Anwender genetisches Material der Person beschaffen, die er wiedererwecken will. Getrocknetes Blut, ein Organ oder Gewebeproben vom Leichnam genügen. Kabuto Yakushi bezeichnete diesen Vorgang nüchtern als organisiertes Grabschänden. Zweitens muss die Seele des Ziels im Reinen Land (jōdo) ruhen. Seelen, die in einem anderen Gefängnis gebunden sind, etwa im Magen des Todesgottsiegel-Shinigami, lassen sich nicht beschwören. Drittens wird ein lebender Mensch als Gefäß benötigt, dessen Körper zur Hülle des Wiedererweckten wird. Das genetische Material des Ziels wird auf eine spezielle Schriftrolle aufgetragen, die anschließend den Versiegelungskreis um das Opfer bildet. Der Körper des Opfers wird dann von Erde und Asche eingehüllt, bis er vollständig die Gestalt des Verstorbenen angenommen hat, komplett mit Mimik, Narben und körperlichen Eigenheiten aus dessen Lebzeiten.

Im Zustand der Wiedererweckung sind die Beschworenen praktisch unzerstörbar. Erlittene Verletzungen, selbst das vollständige Zerteilen des Körpers, heilen automatisch und vollständig nach. Die Chakra-Reserven des Wiedererweckten regenerieren sich ebenfalls selbstständig, sodass der Anwender theoretisch unbegrenzt kämpfen kann. Sämtliche Fähigkeiten, die der Wiedererweckte zu Lebzeiten beherrschte, stehen vollumfänglich zur Verfügung: Kekkei Genkai, Kekkei Tota, Senjutsu und alle erinnerten Ninjutsu bleiben erhalten. Um die Kontrolle über einen Beschworenen zu verstärken, kann der Anwender ein spezielles Siegelzettel-Talisman in den Mund des Wiedererweckten einsetzen, was die verbleibende Persönlichkeit unterdrückt und volle Gehorsamkeit erzwingt. Lässt der Anwender die Persönlichkeit absichtlich bestehen, können die Beschworenen eigenständig handeln, was ihre Kampfeffizienz erhöht, jedoch das Risiko des Kontrollverlustes birgt.

Tobirama selbst war der erste Benutzer der Technik. Seine Version hatte zwei wesentliche Schwachstellen: Die Macht der Wiedererweckten war deutlich geringer als zu Lebzeiten, und er konnte nur wenige gleichzeitig kontrollieren. Jahrzehnte nach Tobirama entdeckte Orochimaru, einer der legendären Sannin, die Technik und perfektionierte sie teilweise. Er nutzte sie erstmals während des Angriffs auf Konohagakure, als er den Ersten und Zweiten Hokage, Hashirama und Tobirama Senju, beschwor, um gegen den Dritten Hokage Hiruzen Sarutobi zu kämpfen. Hiruzen setzte schließlich das Versiegelnde Jutsu: Todesgeist verzehrendes Siegel ein, um beide Hokage zu versiegeln, und opferte dabei sein eigenes Leben. Orochimaru versuchte während dieser Zeremonie außerdem, den Vierten Hokage Minato Namikaze in einem vierten Sarg zu beschwören, was jedoch scheiterte, da Minatos Seele nicht im Reinen Land verweilte.

Die umfangreichste und gefährlichste Anwendung der Technik erfolgte durch Kabuto Yakushi während des Vierten Großen Shinobi-Weltkriegs. Kabuto kombinierte Orochimarus Forschungen mit eigenen Verbesserungen und eliminierte nahezu alle verbleibenden Schwachstellen: Die Macht der Wiedererweckten entsprach nun nahezu ihrer Lebensstärke, und Kabuto konnte theoretisch beliebig viele Beschworene gleichzeitig aufrechterhalten, sofern genug genetisches Material vorhanden war. Er setzte Legenden wie Madara Uchiha, Itachi Uchiha, Nagato, Zabuza Momochi, Sasori, Deidara und viele weitere wieder ein. Madara Uchiha erwies sich dabei als derart mächtig, dass er sogar in der Lage war, den Beschwörungsvertrag eigenständig zu brechen und sich von Kabutos Kontrolle zu lösen.

Zur Beendigung der Technik gibt es mehrere Wege. Der Anwender selbst kann sie durch die Handzeichen-Sequenz Ratte, Ochse, Affe, Tiger, Drache, Wildschwein mit dem Ausruf Kai auflösen, was alle aktiven Beschworenen gleichzeitig in den Tod zurückschickt. Weiß ein Beschworener die Aufhebungshandzeichen selbst, kann er in der Lage sein, den Vertrag mit dem Anwender eigenmächtig zu durchtrennen, sofern seine Persönlichkeit noch intakt ist. Itachi Uchiha nutzte diese Fähigkeit während des Krieges, um gemeinsam mit Kabutos Technik auch Edo Tensei selbst aufzulösen, indem er Kabuto zwang, die Auflösungssequenz auszuführen. Einzelne Beschworene können zudem durch einen emotionalen oder spirituellen Frieden mit ihrer Vergangenheit die Kontrolle des Anwenders überwinden und eigenständig in das Reine Land eintreten, obwohl sie dabei versiegelt werden müssen, um den Körper zu befreien.

Anwender

Wissenswertes

  • Der Name Edo (穢土) ist ein Begriff aus dem japanischen Buddhismus und bezeichnet die unerleuchtete Welt der Lebenden im Gegensatz zum Reinen Land (jōdo), aus dem die Seelen zurückgeholt werden. Die Technik beschreibt damit buchstäblich eine Rückkehr aus dem Paradies in die schmutzige Erde.
  • Tobirama Senju, der Erfinder der Technik, erklärte sie selbst zur verbotenen Technik, nachdem er ihre Konsequenzen vollständig verstand. Er war damit einer der wenigen Shinobi, die eine von ihnen selbst entwickelte Fähigkeit offiziell unter Verbot stellten.
  • Orochimaru versuchte während der Zerstörung von Konohagakure einen vierten Sarg zu beschwören, der mutmaßlich Minato Namikaze enthalten sollte. Der Sarg wurde durch eine unbekannte Kraft blockiert und tauchte kurz auf, bevor er verschwand. Jahrzehnte später erklärte Kabuto, dass Minatos Seele aufgrund des Todesgeist-Siegels nicht im Reinen Land geruht hatte und daher nicht beschwörbar war.
  • Madara Uchiha ist der einzige bekannte Wiedererweckte, dem es gelang, den Edo-Tensei-Vertrag vollständig eigenständig zu brechen und sich damit von Kabutos Kontrolle zu befreien, obwohl er gleichzeitig von Kabuto absichtlich ohne Siegelzettel beschworen worden war.
  • Die Technik hat eine direkte Gegenmaßnahme in Form des Versiegelnden Jutsu: Todesgeist verzehrendes Siegel: Eine durch dieses Siegel in den Magen des Shinigami gezogene Seele kann nicht durch Edo Tensei zurückgeholt werden, solange sie dort gebunden ist. Dies nutzten sowohl Minato Namikaze als auch Hiruzen Sarutobi, wenngleich unbeabsichtigt als Schutz gegen Beschwörungen.
  • Kabutos Verbesserungen der Technik basierten maßgeblich auf Orochimarus Forschungen, die Kabuto nach dessen Tod in sich selbst aufnahm. Kabuto perfektionierte Edo Tensei in einem Maß, das selbst Tobirama nach eigener Aussage nie erreicht hatte, was den Wiedererweckten im Krieg nahezu volle Lebenskraft zurückgab.
  • Im Anime zeigt die Aufhebungssequenz der Technik durch den Anwender die Handzeichen Ratte, Ochse, Affe, Tiger, Drache und Wildschwein. Für Beschworene, die den Vertrag selbst brechen, werden im Anime die Zeichen Schlange, Widder, Wildschwein, Hund und Tiger genannt.
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